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Akureyri Die Stadt am Eyjafjörður bildet mit 17.600 Einwohnern das größte Besiedlungszentrum im Norden von Island. Vom nördlichen Polarkreis nur knapp 50 km entfernt, beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur hier 4°C. Die wärmsten Temperaturen wurden im Sommer 2008 mit ca. 28 °C gemessen. Tendenziell wird es auf Island wärmer – der Klimawandel zeigt sich auch hier. Gegründet wurde die Stadt 1602 von den Dänen, die aus Akureyri einen Hochseehafen und eine Handelsstadt machten. Knapp 200 Jahre später im Jahr 1786 bekam der Ort Stadtrecht, trotz niedriger Einwohnerzahl. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wuchs die Stadt rasant an und beherbergte nicht mehr nur Fischer und Händler, sondern auch Handwerker und andere Berufssparten. Mit Gründung der Handelsgesellschaft zum Jahrhundertwechsel (1900) erlebte die Stadt einen Aufschwung, welcher der Stadt zu Reichtum verhalf. Die letzten Jahrzehnte führt der steigende Tourismus zu noch mehr Popularität und weiteren Aufschwung der Stadt und Region, da Akureyri Ausgangspunkt für viele Sehenswürdigkeiten des nördlichen Teils von Island ist. Sehenswert in Akureyri selbst ist die Akureyrarkirkja, entworfen vom isländischen Architekten Guðjón Samúelsson und fertiggestellt im Jahr 1940. Die Kirche ist weithin zu sehen und bestimmt das Stadtbild von Akureyri. Ein Besuch in die Kirche lohnt sich schon alleine wegen der Orgel, die aus Bayern stammt und des 400 Jahre alten Glasfensters der Kathedrale von Coventry, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Aber auch die anderen Glasfenster, die vor allem die Geschichte der Christianisierung Islands zeigen, sind bemerkenswert und streuen bei Sonnenschein wunderschöne Muster auf den Boden. Weiterhin kann man interessante Reliefs des isländischen Künstlers Ásmundur Sveinsson bewundern. Wenn man an die Decke schaut, wird man sich zunächst einmal wundern, denn unter der Decke ist ein Miniatursegelboot befestigt. Die Häuser von berühmten isländischen Dichtern und Schriftstellern kann man sich auch von innen betrachten, da sie alle zu einem Museum umgebaut wurden. Da wäre z. B. Das Nonnahús, in dem der Kinderbuchautor Jón Sveinsson lebte. Er war bekannt für seine Romane über den isländischen Jungen Nonni schrieb, der viele Abenteuer in der Welt erlebte. Im Sigurhæðir lebte der Dichter Matthías Jochumsson, der die isländische Nationalhymne schrieb. Im Davíðshús wohnte der Schriftsteller Davíð Stefánsson. Akureyri bietet zudem einige Museen, z.B. das Kunstmuseum (Listasafnið Akureyrar) mit wechselnden Ausstellungen von Künstlern der Moderne. Das Heimatmuseum (Minjasafnið Akureyrar) lehrt anhand vieler Bilder, Gegenstände und Manuskripte die Geschichte der Stadt und der Umgebung rund um den Eyjafjörður. Im Naturkundemuseum (Náttúrufræðistofnun Norðurlands) kann man sich vor allem über die Fauna und Flora Islands und speziell der Gegend um Akureyri informieren. Im Botanischen Garten (Lystigarður Akureyrar) der Stadt kann man sich mehr als 6000 fremde Pflanzenarten und 400 einheimische und teils endemische Arten anschauen. Er liegt im Südwesten der Stadt oberhalb der „Akureyri Kirche" und ist das ganze Jahr von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Von Akureyri aus kann man sehr schöne Tagestouren unternehmen zu typischen Landschaftsformationen der Insel. Folgt man der Ringstraße 1 in Richtung Osten erreicht man eine ganze Reihe interessanter geologischer Sehenswürdigkeiten. Zunächst erreicht man die Wasserfälle des Goðafoss. Kaum zu verfehlen, wenn man der Beschilderung von der Ringstraße aus folgt. Der Fluss Skjálfandafljót stürzt hier auf einer Breite von 30 m ca. 12 m in die Tiefe. Sein Name „Götterwasserfall" rührt von der Sage um Þorgeir, einem „Landesvater", der um 1000 n. Chr. gelebt hat und der nach Einführung des Christentums in Island die letzten heidnischen Götterbilder in diesen Wasserfall geworfen haben soll. Der Mývatn-See – auf deutsch „Mückensee" - befindet sich etwa 60 km östlich von Akureyri. Man kann ihn nicht verfehlen, wenn man immer der Ringstraße 1 folgt. Der See erhielt seinen Namen nicht von ungefähr: im Sommer kann man zweimal zwei Wochen lang riesige schwarze Wolken von Mücken über dem See erkennen. In der Regel sind es nicht-stechende Zuckmücken, die die Schwärme bilden, jedoch gibt es auch Schwärme von Kriebelmücken, die extrem unangenehm juckende Pusteln nach ihrem Stich in der Haut hinterlassen. Mit 37 km² ist er der viertgrößte See auf Island. Allerdings ist er nicht sehr tief (zwischen 2,5 und 4,5 m). Der See gehört zum Vulkansystem des Krafla, das sich auf ca. 40 km erstreckt. Der Vulkan ist auch heute noch aktiv, der letzte Ausbruch war 1984. Der See zeichnet sich durch seine schönen Lava-Formationen aus und die Pseudokrater. Letztere entstehen, wenn heiße Lava über Sümpfe oder Seen strömt. Dabei entstehen Gase, die als Dampfblasen die Lava explosionsartig durchstoßen. Dabei entstehen Gebilde, die aussehen wie Vulkankrater, die jedoch keinen unterirdischen Zugang zu einer Magmakammer haben. Im Laufe der Zeit wachsen sie mit Pinonierpflanzen zu, so dass die Krater zu grünen kleinen Inseln im See werden. Der See selbst wird bevölkert von einer sehr diversen Wasservogelpopulation. Daher ist der See besonders für Ornithologen von Interesse. Der große Reichtum an Entenvögeln wird einerseits durch die vielen Mücken verursacht, welche als Nahrungsquelle für die Enten dienen, und andererseits durch die geringe Tiefe des Sees sowie die Tatsache, dass der See im Winter so gut wie nie zufriert. Dies ist bedingt durch die vulkanische Aktivität in dem Gebiet und die unterirdischen heißen Quellen, die den See wie durch eine Herdplatte aufwärmen. Auf der östlichen Seite des Sees liegt das Gebiet Dimmuborgir. Das ist ein Lavafeld mit interessant geformten Lavakrusten, die teilweise an Ruinen alter Burgen erinnern. Daher stammt auch der Name: „dunkle Burgen". Durch dieses Gebiet kann man wandern und oftmals auch ein paar kleinere Höhlen entdecken und mit etwas Glück sogar einem Elf oder Troll begegnen. Man sollte die Wege jedoch nicht verlassen, denn das Gebiet ist vom Verfall bedroht. Der Námaskarð-Pass liegt direkt auf der Ringstraße 1, die rund um die gesamte Insel führt. Fährt man den Pass auf der Ostseite herunter erreicht man nach einer Weile das vulkanisch aktive Gebiet Hverarönd, das vom Krafla-Vulkan gespeist wird. Das überschaubare Gebiet erinnert an eine Marslandschaft mit rotem und gelben Bodenbelag. Ein Schwefelgeruch hängt in der Luft, der von den vielen brodelnden Schlammlöchern herrührt. Überall dampft es, denn die Schlammlöcher sind kochend heiß. Schaut man sich die Steine, die überall herumliegen, genauer an, erkennt man deutlich gelbe Krusten – reiner Schwefel, der sich im Laufe der Zeit hier überall absetzt. Durch ein abgesperrtes Wegenetz kann man durch dieses Gebiet hindurchlaufen. Man sollte auf keinen Fall diese gekennzeichneten Wege verlassen, denn der Boden ist stellenweise instabil und wer möchte schon in einen brodelnden „Hexenkessel" hineinfallen. Ganz in der Nähe von Hverarönd befindet sich der aktive Vulkan Leirhnjúkur, der ebenfalls zum Krafla-System gehört. Der Berg ist 592 m hoch und sitzt auf einer vulkanischen Spalte. Man kann diesen Vulkan besteigen und wird dabei von dampfenden Kleinkratern begleitet. Kurz vor dem Gipfel befindet sich ein kleiner Schwefelteich mit Quelle. Fährt man die Ringstraße weiter Richtung Osten, gelangt man an eine Abzweigung, der man zu den beiden Wasserfällen Dettifoss und Selfoss folgen kann. Am Dettifoss stürzt der Jökulsá á Fjöllum ca. 45 m in die Tiefe. Die Schlucht nennt sich Jökulsárgljúfur. Der Selfoss ist dem Dettifoss etwa 1 km vorangestellt und lässt die Wassermassen 10 m in die Tiefe fallen. Der Dettifoss ist der energiereichsten Wasserfall Europas mit einer Leistung von 85 Megawatt. Es gibt zwei Möglichkeiten, um von Akureyri aus Wal-Touren zu starten. Einmal an der Nordküste von Húsavík aus (ca. 60 Km) oder von Dalvik aus (ca. 40 km). Von Dalvik aus können auch Mehrtagesreisen auf die Insel Grímsey gemacht werden. Hier ist ein Paradies für Ornithologen: Papageientaucher, Lummen, Tordalken, Gryllteisten und viele Möwenarten erledigen auf der Insel ihr Brutgeschäft und lassen dabei in ihre Kinderstuben blicken. Da die Fähre nur 3 Mal pro Woche die Insel anfährt, muss man auf alle Fälle an Gepäck für eine Übernachtung denken. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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