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Geothermie und Energiegewinnung Island ist bekannt für seine heißen Quellen und vulkanische Aktivität. Dadurch, dass sich eine vulkanisch aktive Zone mit ca. 31 Vulkanen diagonal quer über die gesamte Insel zieht, kann man nahezu überall auf Island Erdwärme anzapfen und nutzen. Nicht in jedem heißen See kann man jedoch auch baden. Einige haben einfach eine zu hohe Temperatur, so dass man – möchte man nicht als hartgekochtes Ei im Glas enden – es tunlichst vermeiden sollte, dort zu baden. Andere sind in ihrer Zusammensetzung giftig für den menschlichen Organismus, da sie z.B. hohe Anteile an Schwefelverbindungen enthalten. Aber gerade in der Nähe solcher Heißwasserquellen bietet es sich an, Kraftwerke zu bauen, die die geothermische Energie in elektrischen Strom umwandeln oder direkt als Heizwärme für Gewächshäuser, Industrie und Privathäuser. Auf Island gibt es etwa 30 größere solcher Fernwärmekraftwerke und 25 kleinere, meist privat betriebende. Die Erdwärme wird in der Erdkruste gespeichert und ist relativ gut zugänglich. Diese Form der Energiegewinnung ist so gut wie „Nebenwirkungsfrei", sprich die Umwelt wird nicht geschädigt. Daher zählt diese Art der Energienutzung zu den sehr umweltfreundlichen, ähnlich wie die Windkraft, Wasserkraft oder Solarenergie. Man schätzt anhand von theoretischen Berechnungen, dass man diese Energie aus der Erde ca. 100.000 Jahre lang nutzen kann (weltweit), wenn man alleine die oberen dreitausend Meter der Erdkruste einbezieht. Allerdings kann man nur einen geringen Teil davon mit unserem heutigen Stand der Technik wirklich nutzbar machen. Zudem ist unklar, wie sich ein intensiv betriebener Wärmeabbau auf die Erdkruste auswirkt. Island mit seinen vielen Hot-Spot-Gebieten ist daher prädestiniert für die Nutzung der Erdwärme. Es ist ein wesentlich geringerer Aufwand von Nöten, um eine maximale Ausbeute zu erreichen. Anders als z.B. in Deutschland, wo es wenige bis gar keine geothermisch aktiven Gebiete gibt und man sehr tief bohren muss, um an vergleichsweise geringe Wärmemengen zu gelangen. Der Aufwand steht hier kaum in Relation zum Nutzen. Die wohl bekannteste Nutzung von Erdwärme im privaten Bereich ist wohl die berühmte Blaue Lagune, westlich von Reykjavik bei Grindavík. Das Thermalfreibad ist sicherlich eines der meistbesuchten Touristenziele auf Island. Ursprünglich war der kleine See nicht zum Baden angedacht gewesen. Er ist das Produkt des Geothermalkraftwerkes Svartsengi. Dieses pumpt ein Meer-Süßwassergemisch aus zweitausend Meter Tiefe nach oben. In der Tiefe ist das Wasser ca. 240°C heiß und kann oben angekommen zur Stromerzeugung verwendet werden. Abgekühlt auf 37 bis 42°C fließt es in das umliegende Lavafeld, wo sich im Laufe der Ziet der blau-weiße Salzwassersee angesammelt hat. Die typische Farbe erhält der See durch Kieselsäure, die das Sonnenlicht im Blau-Spektrum reflektieren. Außerdem enthält der See viele Mineralien und Algen. Mit seinen 5000 m² hat er die ideale Größe für ein Freiluftschwimmbad. Durch die vielen Mineralien im Wasser hat ein Bad in diesem See positive Auswirkungen auf Hautkrankheiten z.B. Schuppenflechte. Inzwischen ist die Blaue Lagune ein so beliebtes Touristenziel geworden (aber auch für Einheimische ein gerne aufgesuchter Ort), dass inzwischen auch verschiedene Wellness-Programme angeboten werden, wie Saunen, Massagen und Dampfbäder. Außerdem wird aus den Salzen und Algen des Wassers eine Reihe von Wellness-Produkten, wie Cremes, Seifen und Peelings hergestellt, damit man die Vorzüge dieses Wassers auch nach Hause mitnehmen kann. Island versorgt sich zu 100% durch umweltfreundliche Energiequellen, 25% davon durch die Geothermie und 75% durch Wasserkraft. Durch die vielen Flüsse und Wasserfälle kann sehr viel Energie aus dem Wasser gewonnen werden. Etwa 10 große Wasserkraftwerke versorgen das Land mit Energie. Jedoch ist der Bau dieser Kraftwerke teilweise stark umstritten. So ist die Wasserkraft an sich zwar umweltschonend, aber die Veränderungen haben schwerwiegende ökologische Folgen. Hier gilt es in Zukunft einen gesunden Mittelweg zu finden, so dass das ökologische Gleichgewicht gewahrt bleibt, aber das Land dennoch seine umweltfreundlichen Energiegewinnungsmethoden weiter fortführen kann. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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