Allgemeine Informationen zu Island

Island ist eine Insel mit etwa 103.000 km² Landesfläche und liegt im Nordatlantik, knapp an der südlichen Grenze des nördlichen Polarkreises. Geografisch gehört Island noch zu Europa (eurasische Platte), „steht" jedoch geologisch mit einem Bein auf der nordamerikanischen Platte. Durch Verschiebungen auf der Erdkruste zieht sich Island jedes Jahr etwa 2 cm auseinander und wächst dadurch in unmerklichem Tempo. Durch vulkanische Aktivitäten entlang dieser Plattengrenze wird jedoch immer wieder Gestein in den Spalt aufgefüllt, sodass die Insel nicht Gefahr droht, auseinander zu brechen. Die Plattengrenze verlauft diagonal über die gesamte Insel.

Der Vatnajökull ist der größte europäische Gletscher. Stellenweise ist sein Eispanzer 1000 m dick. Entlang der geologisch aktiven Zone sind ca. 130 Vulkane zu finden, die teilweise mit Gletscher bedeckt sind und der Insel die Beschreibung „Feuer und Eis" gegeben haben. Die Landschaft ist geprägt durch den Vulkanismus. Vor allem im Nordosten findet man viele Basaltruinen im Bereich des Mývatn. Aber auch Wasser spielt in der Gestaltung des Landes eine große Rolle. Viele Flüsse, Seen und große Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Die Halbinsel Breiðafjörður im Nordwesten der Insel ist charakterisiert durch seine zahlreichen Fjorde, die die Küstenlinie zerfurchen. Der höchste Gipfel und Vulkan Islands ist der Hvannadalshnúkur mit 2110 m. Diese Angabe schwankt jedoch immer mal wieder um einige Meter. Schuld daran ist die vulkanische Aktivität in diesem Gebiet. Der Hvannadalshnúkur liegt im Gletschergebiet des Vatnajökull. Nur etwa 20 % des Landes sind bewachsen und als Weideland nutzbar. Als Ackerland können sogar nur 1 % des Landes verwendet werden. Island ist daher gezwungen, einen Großteil seiner Grundnahrungsmittel zu importieren – noch ein Grund, warum Island ein so teures Land ist.

Dafür hat Island jedoch kaum Probleme, seine Bürger mit Warmwasser zu versorgen und ihnen ein kuschelig warmes Zuhause zu bieten. Die Geothermie macht es möglich. Das Grundwasser wird über dem heißen Grundgestein erhitzt oder läuft durch Spalten und Verwerfungen in größere Tiefen hinab, wo es sich dicht über den Magmakammern absetzt. Dort expandiert das Wasser und steigt an die Oberfläche. Es gibt über 300 Thermalgebiete auf Island. Die Niedertemperaturgebiete liegen außerhalb der Vulkanzone und werden vielfach als Bäder verwendet, sofern sie noch bei unter 50° C liegen. Alles was höhere Temperaturen aufweist, wird zum Heizen der Häuser (und zunehmend auch der Gewächshäuser), zum Betreiben der Thermalbäder und zur Gewinnung elektrischer Energie verwendet. 85% der Wohnungen Islands werden geothermisch geheizt! Die Hochtemperaturgebiete findet man ausschließlich in der Vulkanischen Zone. Hier erreicht das Wasser schon in niedrigen Tiefen über 180°C. In diesen Gebieten treten heiße Dämpfe aus Erdspalten, sowie Kohlensäuregas und Schwefelwasserstoff. Der Schwefelwasserstoff bildet an der Oberfläche Schwefelsäure, die den Lehmboden auflöst und dabei Schlammquellen bildet. Diese Schlammquellen sind oft durch Schwefelablagerungen gekennzeichnet und es riecht dort entsprechend nach faulen Eiern.

Strom wird vorwiegend durch Wasserkraft erzeugt (zu 80%). Durch die Geothermie lässt sich relativ kostengünstig Wasserstoff herstellen, der als Energieträger für Autos, Busse, Haushalt in Strom umgewandelt werden kann (Brennstoffzelle). Island versucht zur Zeit, diesen Wirtschaftszweig auszubauen. Jedoch sind die isländischen Bürger (noch) nicht sehr davon überzeugt, wodurch die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft nur schleppend voranschreitet.

Durch den warmen Golfstrom, der die Insel streift, herrscht in Island ein relativ konstantes Klima. Die Winter sind relativ mild mit einer durchschnittlichen Temperatur von 0°C und die Sommer relativ kühl mit durchschnittlich 15 °C. Höchsttemperaturen im Sommer von über 20 °C sind jedoch keine Seltenheit. Zwischen Juni und September kann man moderate Temperaturen erwarten. Vorzugsweise sollte man Island in diesen Monaten bereisen, sofern man gerne auch mal wandern geht und sich die Landschaft anschauen möchte. Allerdings ist die Insel durch ihre Lage im Nordatlantik zu jeder Jahreszeit vorbeiziehenden Wetterfronten ausgeliefert. Stürme gibt es daher recht häufig – auch im Sommer. Das sollte man beim Zelten bedenken.

Die Einwohnerzahl Islands steigt kontinuierlich an und liegt momentan (2009) bei knapp unter 320.000 Einwohnern, dennoch kommen nur 3 Isländer auf 1 km² (zum Vergleich: Deutschland liegt bei 230 Einwohner je km²). Einen großen Anteil am Bevölkerungswachstum hat die Zuwanderung von Ausländern. Es sind vor allem Polen, Dänen, Philippinos und Deutsche, die zuwandern.

Die Wirtschaft des Landes ist ein Thema für sich. War Island in den letzten Jahrzehnten immer ein recht wohlhabendes Land, wurde es durch die aktuelle Wirtschaftskrise stark gebeutelt. Grund hierfür sind Einbußen beim Fischfang, größere internationale Konkurrenz und eine hohe Auslandsverschuldung. Islands Wirtschaft ist abhängig vom Fischexport, der 75% des Exportes ausmacht.

Die Geothermie bietet ein enormes Potential für energieintensive Industriezweige. Es gibt Aluminiumschmelzwerke, Ferro-Silizium-Hütten und Kieselgur-Fabriken, sowie Wasserkraftwerke. Investitionen hierin hätten sich auszahlen müssen, taten es aber nicht. Statt dessen mussten Kredite im Ausland aufgenommen werden, da das Interesse fehlte. Die Landwirtschaft beschränkt sich hauptsächlich auf Rinder- und Schafzucht, die den Fleisch- und Molkereibedarf des Landes decken. Gemüse wird in Gewächshäusern angebaut, die mit der billigen Geothermie beheizt werden. Viele Obst- und Gemüsesorten müssen jedoch importiert werden. Ein boomender Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der in den letzten 20 Jahren stark zugenommen hat und wohl auch in Zukunft noch weiter wachsen wird.

Die Sprache Islands ist abgeleitet von den skandinavischen Sprachen, die mit den ersten Siedlern (schwedische und norwegische Wikinger) auf das Land kamen. Allerdings hat sich aus den skandinavischen Sprachen die typische isländische Sprache entwickelt mit den Sonderbuchstaben Ð, Þ, ð, þ , die wie das englische „th" gesprochen werden. Allerdings hat sich die Sprache seit über 1000 Jahren nicht wesentlich verändert, so dass die Isländer alte Schriften aus dem Jahre 1000 noch ohne größere Probleme mit Grammatik und Vokabular lesen können. Die Aussprache hat sich hingegen deutlich verändert. Genauso wie über die Reinheit der isländischen Pferderasse wachen die Isländer über die Reinheit ihrer Sprache und versuchen für alle neuen Begriffe ein isländisches Pendant zu finden oder zu kreieren.

Politisch ist Island seit 1944 eine parlamentarische Demokratie. Das isländische Parlament (Altþing) wird alle 4 Jahre gewählt und übt die Legislative aus. Die Parlamentsmehrheit wird von der Regierung bestimmt an deren Spitze der Premierminister steht. Der Präsident wird ebenfalls für eine Amtszeit von 4 Jahren gewählt, wird jedoch vorwiegend für repräsentative Zwecke eingesetzt.

Botanisch gesehen ist Island ein sehr armes Land. Nur 500 Gefäßpflanzenarten bilden die einheimische Flora. Zum Vergleich: in Mitteleuropa gibt es über 4000 Arten. Der Baumbestand beläuft sich auf gerade einmal 1 % der Landesfläche. Dieser Teil besteht hauptsächlich aus Birken und Weiden. Verursacht wurde diese Wüstenbildung durch die Schafhaltung und die daraus resultierende Bodenerosion. Die Vegetation selbst ist ähnlich wie in Norwegen und Schweden – Pflanzen, die sich an kargen Boden und wenig Nährstoffe angepasst haben. Die Erstbesiedler oder Pionierpflanzen auf vulkanischen Böden sind Moose und Flechten. Diese bereiten das Gestein für die Besiedlung durch höhere Pflanzen vor. Bekannt ist auch in Mitteleuropa das Islandmoos. Diese Pflanze ist eigentlich eine Flechte und wird oftmals zu Heilzwecken verwendet.

Die Fauna ist ebenfalls eher dürftig. In Ermangelung an artenreichen Blütenpflanzen konnte sich keine artenreiche Insektenpopulation entwickeln. Abgesehen von den zahlreichen Mücken, die den Campingurlaub zur Qual machen können, ist die Insektenfauna eher artenarm. Säugetiere gab es zu Beginn der Besiedlung im 9. Jahrhundert gerade mal eines: den Polarfuchs. Mit den ersten Siedlern kamen dann auch Ratten, Mäuse und Rentiere. Mit der Nerzzucht kam in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts der Nerz in die einheimische Fauna. Entlang der Küste kann man Seehunde beobachten. Kegelrobben sind seltener, da sie scheuer sind als Seehunde. Wale sind nur vom Meer aus zu beobachten. Sie kommen eher selten in Küstennähe. Natürlich gibt es dann auch das bekannte Islandpferd – und zwar nur dieses. Es dürfen keine andere Pferderassen nach Island eingeführt werden und auch keine exportierten Islandpferde wieder eingeführt werden, um die Reinheit der Rasse zu erhalten.

Auch die Vögel sind eher spärlich in ihrer Diversität. Gerade einmal 70 Brutvogelarten kommen im Land und an den Küsten vor. Zählt man die Durchzieher noch mit, kommt man auf etwa 300 Arten. Wenig Diversität, dafür jedoch eine große Masse der einzelnen Arten, vor allem der Seevögel, Watvögel und Entenvögel. Räuberische Arten sind vor allem der Seeadler und Gerfalke. Sperlingsvögel sind vorwiegend auf Sämereien oder Insekten als Nahrungsquelle angewiesen. Da es wegen der spärlichen Vegetation weder viel Sämereien noch Insekten gibt, beläuft sich die Population der Sperlingsvögel auf Island nur auf 17%. Seevögel, Watvögel und Entenvögel ernähren sich vorwiegend von Fisch oder anderen Beutetieren aus dem Meer oder Wasserpflanzen. Und davon gibt es an Islands Küsten genug. Für Ornithologen ist Island also ein sehr zu empfehlendes Reiseziel.

Islands Straßen haben eine Gesamtlänge von ca. 13.000 Km, wovon jedoch nur 4331 km asphaltiert sind. Die längste Straße mit 1336 km ist die Ringstraße Nr. 1, die um die gesamte Insel führt. Sie ist bis auf wenige Stellen inzwischen vollasphaltiert. Bis in die 60er Jahre hinein gab es in Island Linksverkehr. Es gibt im ganzen Land keine Autobahnen, allerdings wurden im Gebiet der Hauptstadt einige Schnellstraßen gebaut, die teilweise 6 Spuren haben. Auch Schienenverkehr gibt es nicht. Viele Straßen im Inneren des Landes bestehen nur aus Schotter und können meist nur mit Geländefahrzeugen befahren werden. Offroad-Fahren ist jedoch verboten, da die Pflanzen nicht viel Bodenhaftung haben und schon geringe Belastung starke Bodenerosionen hervorrufen kann. Es gibt etwa 98 Flugplätze im ganzen Land, jedoch nur einen internationalen Flughafen, in Keflavík. Die wichtigsten Häfen sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík und Seyðisfjörður. Letzterer ist der einzigste Hafen, der eine Autofährenverbindung zum europäischen Festland anbietet.

Bezahlt wird in Island mit der isländischen Krone (ISK). Zur Zeit bekommt man für 1 € etwa 180 ISK (umgekehrt: für 100 ISK bekommt man 0,55 €).

Kurios: ein Großteil der Isländer glaubt an Elfen und Trolle. Es ist eine Tatsache, dass viele kleinere Straßen und Feldwege nur deshalb mit vielen Kurven gebaut worden sind, weil die Straßenbauer vermeiden wollten, Trollbauten oder Elfenburgen zu zerstören. Trolle werden vielfach für persönliche Missgeschicke und Unglücke verantwortlich gemacht. Deshalb möchte man diese nicht verärgern.

Die Isländer haben durchschnittlich die höchste Lebenserwartung Europas mit 76 Jahren für Männer und 80 Jahren für Frauen. Viele Isländer sehen als Grund hierfür die ausgeprägte Badekultur. Freiluftthermalbäder gibt es im ganzen Land und werden sogar schon von Säuglingen genutzt.